03.05.2026, Dietikon
Das Team
Für die Organisation und Durchführung zeichneten sich Debby und Werni verantwortlich. Debby übernahm als Tagesleiterin das Briefing und stimmte die Gruppe auf den Tag ein. Als HSA-Switzerland Teilnehmende waren die zertifizierten HSA-Buddies Tina und Dani sowie der angehende HSA-Buddy Marco dabei. Als HSA-Instruktoren standen Gian, Andi und Sacha mit Motivation zur praxisnahen Weiterbildung im Hallenbad bereit. Mit Olga freuten wir uns über eine motivierte Teilnehmerin mit Handicap, die den Tag bereicherte.
Zwei Gruppen, zwei Schwerpunkte
Der Workshoptag war in zwei parallele Gruppen aufgeteilt. Andi und Tina begleiteten Olga im Wasser und absolvierten mit ihr zwei Tauchgänge im Pool. Bereits vor dem Einstieg wurde gemeinsam die Gewichtsverteilung besprochen, wobei schnell klar wurde, dass hier noch Finetuning nötig sein wird. Im Wasser wurde dann weiter optimiert und getaucht. Zwischendurch wurde auch eine Runde Unterwasser-UNO gespielt.
Die zweite Gruppe, bestehend aus den HSA-Instruktoren und Buddies, widmete sich unter der Leitung von Werni einem intensiven Workshopteil. Der Schwerpunkt lag auf der Frage, wie man als Instruktor eine Übung korrekt durchführt und vorzeigt: Was muss ich beachten, damit die Demonstration für eine Person mit Handicap verständlich und nachvollziehbar ist? Grundlagen wie Ein- und Aussteigen ins Wasser wurden bereits im HSA Instruktorenkurs vermittelt; heute ging es um die nächste Ebene.
Empathie als Methode: In die Haut schlüpfen
Der wohl einprägsamste Teil des Tages war die Übung, sich aktiv in die Lage der Tauchenden mit Handicap zu versetzen, und zwar buchstäblich. Wer zum Beispiel einen Taucher mit Paraplegie begleitet, der keine Flossen trägt, taucht als Instruktor ebenfalls ohne Flossen. Man demonstriert Übungen so, als hätte man dasselbe Handicap. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Der HSA-Buddy, der während des Tauchgangs für die Sicherheit des Teilnehmers verantwortlich ist, trägt selbstverständlich Flossen und bleibt jederzeit einsatzbereit.
Ein weiterer Schwerpunkt war das direkte Erleben der eigenen Gewichtsverteilung: Wie fühlt es sich an, ohne Flossen und mit der Ausrüstung eines Tauchers mit Paraplegie im Wasser zu sein? Die Erkenntnisse daraus waren einhellig und verblüffend. Bereits wenige Zentimeter, um die die Flasche höher sitzt, können das Tauchen ohne Beineinsatz zur echten Herausforderung machen. Man merkt schnell, wie viele Ungleichgewichte in der Wasserlage Menschen ohne Handicap einfach unbewusst mit dem Flossenschlag kompensieren. Eigentlich müssten alle Taucher, unabhängig von körperlichen Einschränkungen, einmal ihre Wasserlage ohne Flossen optimieren. Man lernt sein Gleichgewicht ganz neu kennen.
Auch eine Rettungsübung in der Rolle eines HSA-Tauchers ohne Beineinsatz stand auf dem Programm. Sie funktioniert, aber es gibt nicht die eine richtige Methode. Wie die Rettung gelingt, hängt stark von den Fähigkeiten des Retters ab. Ohne Beineinsatz läuft vieles schlicht anders als bei Tauchern, die ihre Beine einsetzen können.
Debriefing in der Sonne
Das Wetter meinte es gut mit uns: Das Debriefing konnte draussen bei Sonnenschein stattfinden, was der gemeinsamen Reflexion einen entspannten, fast sommerlichen Rahmen gab.
Ein gelungener Start in die Saison 2026, mit wertvollen Erkenntnissen, einem starken Team und der Vorfreude auf die kommenden Tauchgänge im See.
Sacha Thomet